| Weltweit: Indigene Konfliktherde - Bericht 58 - Januar 2012 |
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| Sonntag, 4. März 2012 | |
| von FdN, IC | |
Die sudanesische Regierung scheint kurz vor einem "entscheidenden Schlag" gegen die afrikanischen Indigenen in den Nuba Bergen im Süden Kurdufans zu stehen. Das amerikanische Satellite Sentinel Projekt hat eine Reihe von Fotos herausgegeben, die Hinweise darauf geben, dass die Sudanesischen Streitkräfte (SAF) die verbliebene lokale Zivilbevölkerung der Nuba Bergen umzingelt hat und existierende Fluchtwege gesperrt hat, über die Nuba Flüchtlinge den ständigen Bombardierungen aus der Luft und Raketen entkommen konnten. Das Volk der Nuba befürchtet das Schlimmste. Die Frauen und Kinder des Triqui-Stammes, die nun schon 17 Monate auf der Straße beim Regierungspalast in Oaxaca leben, unternehmen einen erneuten Versuch, nach Hause zurück zu kehren. Die vertriebenen Triqui verließen ihre Gemeinschaft im September 2010 in Folge von exzessiver Gewaltausübung auf ihre Gemeinschaft durch paramilitärische Kräfte. Im Dezember versprach der kürzlich gewählte Gouverneur Oaxacas, Gabino Cue, die Familien zu beschützen, wenn sie nach San Juan Copala zurückkehren. Vorherige Versuche der Rückkehr wurden durch Blockaden verhindert.In Malaysia wurden acht Orang Asli wegen des Versuchs, eine Blockade zu errichten und Holzfäller daran zu hindern, in ihr Dorf in Gua Musang in Kelantan vorzudringen, von der Polizei verhaftet. Die Dorfbewohner stemmen sich gegen das Agrarprojekt der lokalen Regierung, für das Wälder auf ihrem angestammten Gebiet gerodet werden müssten. Die Blockade, bereits ihr zweiter dahingehender Versuch, dies zu verhindern, wurde errichtet, nachdem Versuche, mit der Regierung zu verhandeln, fehlgeschlagen waren. Der Rat der Black Hills Sioux Nation hat einen Hauptentscheid gegen RainDancer Resource Management erzielt, das Unternehmen, das versucht hat, die Exlusivrechte für die Wirtschaftsentwicklung in zugewiesenen Gebieten zu erwerben. Das Unternehmen, welchem eine eindeutige Verbindung zur Ölindustrie nachgewiesen werden kann, zeigte reges Interesse daran, eine Offshore-Bank oder Zentralbank zu finanzieren, die, wie sie versicherten, durch die Vertragsrechte des Stammes und die Verwaltungshoheit geschützt sei. Das Unternehmen ist mit sofortiger Wirkung von jeglicher Geschäftstätigkeit im Reservat der Pine Ridge Indianer ausgeschlossen. Dorfbewohnern in Tibet ist es gelungen, ein umstrittenes Bergbauprojekt zu stoppen , das den Kawagebo bedrohte, einen der heiligsten Gipfel der tibetischen Welt. Inmitten der zunehmenden Spannungen hat am 23. Januar ein nachrangiger Funktionär aus Regierungskreisen den tibetischen Sorgen Beachtung geschenkt und angeordnet, dass ein chinesisches Unternehmen seine Mine zu schließen und seine ganze Ausrüstung aus dem Dorf zu schaffen habe. Trotz des vielbegrüßten Wechsels der Haltung Kolumbiens indigenen Völkern gegenüber hat sich genau dort nichts wirklich verändert, wo die Veränderungen am meisten gebraucht werden. Wie Real World Radio beobachtet hat, werden immer noch indigene Führer und Mitglieder der Gemeinschaften im ganzen Land ungestraft ermordet. Die Premierministerin von Bangladesh, Sheikh Hasina, hat den indigenen Völkern des Chittagong Hill Tracts (CHT) erneut Hoffnung gegeben. Die Premierministerin versprach kürzlich, den Vertrag zum historischen (CHT) Friedensabkommen umzusetzen, welches den jahrzehntelangen Unruhen ein Ende bereitet hat. Der Vertrag von 1997 gelobte die Anerkennung der Rechte der Indigenen an den CHT - Rechte, die immer noch beharrlich missachtet werden. Sonderartikel: Wie man aufhört, sich zu sorgen und anfängt Erdölsand zu lieben: Organisieren die kanadische Regierung, die Ölindustrie und ihre Kohorten einen Psychokrieg zur Verteidigung ihrer Teersande? Wenn dem so ist, was können wir tun? Indonesische Sicherheitskräfte führen eine unverhältnismäßige Militäroffensive im abgeschiedenen Distrikt Paniai in West Papua fort und treiben damit weiter die Vertreibung von zehntausenden Dorfbewohnern an, von denen viele schon nach wochenlangen Bränden in ihren Dörfern im Dezember flüchteten. Und das, obwohl der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyhono am 12. Dezember den sofortigen Abbruch der Offensive und den Rückzug aller nicht zur Körperschaft gehörenden Sicherheitskräfte angeordnet hat. Papua-Neuguineas umstrittene Regierung unter O'Neill-Namah hat einige Änderungen des Umweltgesetzes des Landes widerrufen und damit endlich die Rechte der lokalen Bevölkerung auf ihr Land erneuert und darauf, mit gesetzlicher Grundlage gegen die die Umwelt zerstörenden, rohstofforientierten Projekte vorgehen zu können. Diese willkommene Kehrtwende erfolgt nur ein paar Wochen, nachdem der Oberste Gerichtshof rechtlich die Tore für Metallurgical Corp of China öffnete, 100 Millionen Tonnen Giftmüll in die Bismarcksee zu kippen. Rund 30 Vertreter der Indigenen trafen sich in Kopenhagen, um den besten Weg zur Sicherung der vollen Teilnahme der indigenen Völker bei der UN-Weltkonferenz zu indigenen Völkern 2014 zu diskutieren. Wie die Vertreter nur zu gut wissen, ist die UN inzwischen dafür bekannt, indigene Völker bei Spitzentreffen und -konferenzen kaltzustellen, unbeachtet der Auswirkung solcher Treffen auf ihre Rechte und ihre Lebensqualität als indigene Völker. Laura Baymarrwangga, die ranghöchste Landeignerin auf Murrungga Island und eine der letzten verbleibenden Yan-nhangu MuttersprachlerInnen, gibt ganz Australien ein schlagkräftiges Beispiel. Die 95-Jährige hat eine Reihe von Projekten zur Sicherung der Zukunft ihrer Sprache und der ihrer Leute initiiert, die als Graswurzelbewegung unter dem Namen Crocodile Islands Initiative (CII) bekannt sind. Diese Projekte schließen das Crocodile Islands Ranger (CIR)- Programm ein, das "Küstenüberwachung und Bio-Schutz" auf den Inseln gewährleistet; sowie die Entwicklung eines Internet basierten Yan-nhangu Ecological Knowledge (YEK)- Datenspeichers; und ein Yan-nhangu Wörterbuchprojekt für Kinder. Ein verdeckter Journalist hat die schwelende Kontroverse auf der Andamanen Inselkette zum Kochen gebracht. Der britische Journalist Gethin Chamberlain hat, als Tourist verkleidet, eine Unterhaltung aufgenommen, während derer ein Touranbieter ihn darüber informierte, dass es 25 bis 30000 Rupien ($480-$580) kosten würde, eines der indigenen Völker der Andamanen, die Jawara, “anzuschauen". Die Aufnahme beweist, dass auf indischem Territorium immer noch die berühmt-berüchtigten "Menschensafaris" stattfinden. Chamberlain konnte dazu noch ein schockierendes Video drehen, in dem Frauen und Kinder der Jawara von einem Polizisten wie "Zirkuspferde" behandelt werden. Eine Samburu Gemeinschaft klagt die afrikanische Weltleben Stiftung, die Naturschutzbehörde, den Kenianischen Wildlife Service und andere an, auf ihren Rechten herumzutrampeln und Pläne zu schmieden, um sie gesetzeswidrig aus ihrem Gebiet in Laikipia East District in Kenia zu vertreiben. Die Gemeinschaft hat sich zudem an das Zentrum für Internationale Menschenrechtsgesetzgebung und die Kanzlei CIHRA gewandt, um jegliche legale notwendige Schritte zur Verfolgung der Verantwortlichen dieser gesetzeswidrigen Aktionen ergeifen zu können. Führer von zwei Garifuna Gemeinschaften verklagen einen Kanadier wegen etlicher widerrechtlicher Grundstücksverkäufe entlang der Nordküste Honduras. Die Garifuna erklären, dass der Vorsitzende der Pornographischen Videoverkaufskette Adult Only Video, Randy Roy Jorgensen, nun im Besitz einiger Verträge sei, die er auf illegale Art und Weise erhalten habe. Zu dem fortwährenden Kampf um die Verteidigung des Isiboro Sécure Indigenous Territory And National Park (TIPNIS) in Bolivien kommt nun ein weiterer Konflikt hinzu – es geht dabei dieses Mal um eine Straße im Südosten Perus. Die geplante Straße würde die Oberläufe des Amazonas über den neuasphaltierten Interoceanic Highway mit der Purús in Madre de Dios verbinden, einem der weltweit abgeschiedensten und intaktesten Naturräume, der auch kulturell von großer Bedeutung ist. Der Bad River Bund des Superior Chippewa Sees arbeitet mit mehreren NGOs daran, ein umstrittenes Bergbaugesetz aufzuhalten, das den existierenden Umweltschutz untergraben und auf wirksame Weise die Öffentlichkeit zum Schweigen bringen würde; so könnten Bergbauprojekte in Wisconsin modernisieren werden. Die Bergbaugesellschaft GTAC, die half, das Gesetz zu verfassen, drängt darauf, eine 20-Meilen lange, 1/3 Meilen tiefe Tagebaueisenerzmine nur eine Armlänge vom Bad River Indian Reservat im Norden Wisconsins zu realisieren. Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR) hat kürzlich beschlossen ihre Empfehlung von 2010 zu widerrufen, die Bergbauarbeiten an der Goldcorp's Marlin Mine einzustellen, und so die Alarmglocken bei NGOs wie Mining Watch und dem Center for Environmental Law (CIEL) schrillen lassen. Dies ist das zweite Mal in weniger als 12 Monaten, dass die IACHR Regierungsanliegen zu Lasten indigener Völker nachgegeben hat. Videos des Monats A Darker Shade of Green: REDD-Alarm und die Zukunft der Wälder – A Darker Shade of Green führt in das Problem mit REDD aus Sicht der am meisten betroffenen Menschen ein. Der 28-minütige Film wurde von Global Justice Ecology Project und Global Forest Coalition koproduziert . Cree Cultural Teaching von Sylvia McAdam – Sylvia McAdam, eine Autorin und Erzieherin vom Volk der Nehiyaw (Cree) spricht in der First Nations Universität in Regina in einem Klassenraum voller junger Indigener über die Gesetze der Cree und menschliche Abstammung. We Still Live Here – erzählt die beachtenswerte Geschichte der Wiederbelebung ihrer Kultur durch die Wampanoag im südöstlichen Massachusett. Ihre Vorfahren retteten den ersten englischen Siedlern in Amerika das Leben und mussten dies ihr Leben lang bereuen. Jetzt dürfen sie ihre Sprache heim bringen. Übersetzung: FdN (heal) |
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